SPÖ Markersdorf-Haindorf

Anzeigepflicht für Werbeveranstaltungen

"Das Phänomen Werbefahrten ist mittlerweile zu einem boomenden Zweig der Schattenwirtschaft geworden. Für Konsumenten ist es meist aussichtslos, in Problemfällen zu ihrem Recht zu kommen, da die Firmenadressen üblicherweise nicht bekannt sind. "Werbefahrten boomen in Niederösterreich. Alleine im letzten Jahr hat sich die Arbeiterkammer NÖ mit Einladungen zu 520 Werbeveranstaltungen auseinandergesetzt. Die Dunkelziffer liegt jedoch in Niederösterreich weit darüber. Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer gehen von mindestens 5.000 Werbefahrten im Jahr aus", sieht der NÖ Konsumentenschutzreferent, LR Emil Schabl, akuten Handlungsbedarf.

Allein in Niederösterreich dürfte der Jahresumsatz laut einer Schätzung knapp 15 Millionen Euro betragen. Grenzüberschreitend agierende Unternehmen mit wechselnden Namen, wechselnden Postfachadressen und immer neuen Werbeschmähs sind die großen Profiteure bei diesen Geschäften. Die Verlierer sind vor allem ältere Menschen, der Wirtschaftsstandort Niederösterreich, insbesondere die regionale Wirtschaft und aufgrund vorenthaltener Steuern der Staat. "Damit diesen Geschäftspraktiken auf lange Sicht das Handwerk gelegt werden kann, unterstütze ich die heute erhobene Forderung der Arbeiterkammer Niederösterreich nach einer Anzeigepflicht für Werbeverkaufsveranstaltungen", sichert LR Schabl seine volle Unterstützung in der Sache zu.

Die Anzeige sollte zukünftig zwei Wochen vor Beginn bei der für den Ort der Veranstaltung zuständigen Behörde eingereicht werden und neben dem Ort und dem Zeitpunkt der Veranstaltung auch die Firmenbezeichnung enthalten. Ferner wäre die Anschrift des Gewerbetreibenden anzugeben, in dessen Namen die Geschäfte abgeschlossen werden sollen. "Um die Verbraucher von dubiosen Geschäften zu schützen, ist eine wirksame Kontrolle dieser Veranstaltungen wichtig. Zusätzlich schadet aber auch ein gesundes Misstrauen nicht, besonders wenn jemand überraschend Gewinne verspricht", so LR Schabl.